Das Gestein ist die Basis

Gesteine und Lockersedimente

Das Gestein ist ein wichtiger bodenbildender Faktor. Festgesteine oder Lockersedimente sind das Ausgangsmaterial für die Bodenbildung und beeinflussen daher zahlreiche wert- und fruchtbarkeitsbestimmende Bodeneigenschaften. Vor allem bei seichtgründigen Böden wird die Bonität maßgeblich vom bodenbildenden Ausgangssubstrat bestimmt. Die Gesteinsvielfalt ist in Österreich sehr groß.

Die verschiedenen Gesteinsarten kommen innerhalb von Österreich mit unterschiedlicher Häufigkeit vor und sind für einzelne Naturräume charakteristisch.

Die Böhmische Masse (Mühl- und Waldviertel) besteht aus vorwiegend kristallinen Gesteinen, insbesondere aus Graniten und Gneisen. In der Molassezone und in den inneralpinen Becken dominieren Sedimentgesteine, die als Lockersedimente (Kiese, Sand, Schluffe, Tone) oder bereits verfestigt vor allem als Ton- oder Sandsteine, Konglomerate und Mergel (tonreiche Kalke) vorliegen. Der Schlier ist beispielsweise ein typisches Molassegestein; es handelt sich dabei um vorwiegend feinsandig-glimmerreichen Mergel.

In der Flyschzone sind Sand- und Tonsteine, Tonschiefer und Mergel die dominierenden Gesteinsarten. Die Nördlichen und Südlichen Kalkalpen sind hauptsächlich aus Kalkgestein und Dolomit aufgebaut. Auch Mergel und Sandsteine kommen häufig vor.

Zwischen den Zentralalpen und den Nördlichen Kalkalpen befindet sich die Grauwackenzone. Hier und in anderen Regionen Österreichs (in der Geologischen Übersichtskarte mit Paläozoikum bezeichnet) dominieren Phyllite, Schiefer, Sandsteine und teilweise metamorphe Karbonatgesteine. Die Zentralalpen sind durch eine hohe Gesteinsvielfalt charakterisiert. Häufig und weit verbreitet sind Kristallingesteine, insbesondere Gneise, Schiefer bzw. Glimmerschiefer, Phyllite, Amphibolite und Quarzite. Karbonatgesteine wie Kalkstein und Dolomit oder Marmore (metamorphes Karbonatgestein) treten nur vereinzelt auf. Auch Kalkglimmerschiefer kommen vor.

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  • Welche Bodeneigenschaften können davon abgeleitet werden?
  • Welche Bedeutung haben diese Eigenschaften für die Art der Bewirtschaftung und die Wahl der Kulturen?
Aus Gestein bilden sich verschiedenartige Böden

Quellen:
Geologische Übersichtskarte
Geologische Karten: www.geologie.ac.at

Weite Teile von Österreich waren während der letzten Eiszeit vergletschert. Das Landschaftsbild im Alpenraum und -vorland ist daher häufig durch Moränen oder Terrassen geprägt. Flussablagerungen wie Sand-, Kies- und Schottermaterial treten in den Tal- und Beckenlagen des Alpenraumes und -vorlandes häufig und weit verbreitet auf. In den während der Kaltzeiten unvergletschert gebliebenen Gebieten kam es zu einer ausgedehnten Lössakkumulation. Löss ist vor allem im pannonischen Raum ein wichtiges Ausgangssubstrat für die Bodenbildung. Karbonathaltige Tschernoseme aus Löss zählen zu den fruchtbarsten Ackerböden.

Andreas Bohner