Bio-Futter- und Bio-Lebensmittelimport

Einsatz ausländischer Eiweißfuttermittel/Einsatz nicht hofeigener Futtermittel (Betriebskreisläufe)

Der ideale Kreislauf eines Bio-Betriebs bestünde dann, wenn mehr oder minder keine Betriebsmittel  von außen in den Betrieb kommen und auch nur wenige der erzeugten Lebensmittel den Hof verlassen, der überwiegende Anteil sich also im gesunden Betriebsorganismus dreht. Da verständlicherweise die Subsistenzwirtschaft nur für einen sehr kleinen Teil der Bio-BäuerInnen interessant ist, wird auch in der Bio-Landwirtschaft  viel verkauft aber auch viel zugekauft. Z. B. werden Eiweißfuttermittel zur Deckung des Bedarfs der Tiere zugekauft. Soja stellt die hochwertigste Eiweißquelle dar. Soja wird zum Großteil importiert. In Brasilien und Argentinien werden zur Gewinnung von ackerfähigem Land für den Sojaanbau riesige Regenwaldflächen gerodet oder Weideland umgebrochen. Mit dieser Maßnahme werden Flächen verbraucht, die nicht mehr der Lebensmittelversorgung der lokalen Bevölkerung zur Verfügung stehen, sondern das Futter für die Tiere der Reichen produzieren. Zusätzlich werden durch diesen „land use change“ riesige Mengen an CO2 frei, die wiederum einen Anteil an der Klimaerwärmung tragen.

Vor allem in privatrechtlichen Vereinbarungen werden Beschränkungen oder Verbote zum Einsatz von Importsoja getroffen. Mit einer Erweiterung der Sojaanbauflächen in Österreich ggf. auch im Vertragsanbau in den südöstlichen Anrainerstaaten entlang der Donau sollte in Zukunft das ethisch unproblematische Sojaangebot weiter steigen.

Soziale Standards hier und dort

In besonders handarbeitsintensiven Kulturen wie z. B. Gemüsebau oder Sonderkulturen müssen Bio-Betriebe verstärkt Fremdarbeitskräfte beschäftigen. Über privatrechtliche Vereinbarungen und persönliche Anständigkeit hinaus gibt es auch in der Bio-Landwirtschaft keine Verpflichtung zu höheren Löhnen als die gesetzliche Mindestnorm. Viele Bio-BäuerInnen zahlen als Motivation für exakte, gewissenhafte Arbeit aber freiwillig einen höheren Preis an die Hilfskräfte. In den Ländern des Südens wird die Bezahlung eines fairen Mindestlohns sehr oft über die Kombination mit dem Fair Trade-Gütesiegel sicher gestellt.  

  • Worin liegen die Schwierigkeiten und Gefahren beim Import von Biowaren generell?

  • Wodurch entsteht der derzeitige Futter-Eiweißbedarf?
  • Wie kann die bestehende Eiweißlücke ökologisch verträglich geschlossen werden?
  • Mit welchen Instrumenten (politisch, wirtschaftlich) kann oder soll gegengesteuert werden?
...sondern auch Arbeitsbedingungen, Umweltprobleme, soziale Standards
importiert wird nicht nur Ware...

Foto: blue21.de