Koppel- und Portionsweiden

Typisch für Koppelung sind ca. 5 (auch über 10) Teilflächen, die für jeweils 2 bis 5 Tage beweidet werden.
Bei Portionierung erfolgt eine tägliche Vorgabe.
Wichtig ist bei beiden Systemen, dass die abgeweideten Flächen eine Ruhepause haben und abgezäunt werden.
Das geschieht bei Portionsweiden selten, weshalb dieses Weidesystem oft mehr schadet als Nutzen stiftet.
Die Tiere weiden zusammen auf engstem Raum, die Grasnarbenbelastung ist auch deshalb besonders hoch.


Der witterungs- und standortabhängige Zuwachs entscheidet über die Rotationsgeschwindigkeit innerhalb der Koppeln.
Für trockene Perioden müssen Ersatzkoppeln zugegeben werden, oder die Weidedauer wird auf wenige Stunden gekürzt.
Wird das Futter zu viel, werden in der Rotation 1-2 Koppeln ausgelassen und zur Futterkonservierung genutzt.

Ideal ist jene Anzahl von Koppeln, dass jede einzelne max 3, besser nur 2 Tage bestoßen wird, und ca. 3 Wochen Ruhepause hat.
Daraus ergibt sich eine ideale Koppelanzahl von 7 bis 10.

Das Koppelweidesystem ist, sofern gewissenhaft angewendet, ein höchst ertragreiches und flexibles System, mit dem hohe Tierleistungen, und vor allem hohe Flächenleistungen realisiert werden können.
Die erste Wahl für Weide-(neu-)Einsteiger und solche, die mit weniger Aufwand mehr erreichen wollen.

Bei Kurzrasenweide ist ein zeitiges Überweiden der gesamten Fläche im Frühjahr bei Ergrünen der Grasnarbe entscheidend.
In der Standweide, bei der die Herde die gesamte Fläche zur Verfügung hat, wird der Bestand konstant auf durchschnittlich 5-7 cm abgefressen.

Die Kurzrasenweide ist eine sehr intensiv genutzte Standweide.
Hierbei wird eine große Weidekoppel das ganze Jahr über bestoßen. Bei gutem Wachstum im Mai bis Juni werden 0,2 bis 0,3 ha je Kuh benötigt (bei 5 bis 7cm Aufwuchshöhe), bis Herbst 0,5 ha (bei 8 bis 10cm Aufwuchshöhe).

Wolfgang Angeringer

Tipps zur Weide I

Energie-, Protein- und Masseertrag der Weide, Kuhtypen und Weidestrategien

Ein ausschlaggebender Faktor für das Funktionieren der Kurzrasenweide ist der sehr frühe Austrieb im Frühjahr, z.B: St. Paul/Lavanttal – 01. März, Graz (500m SH) – 09. März, Knittelfeld (700m SH) – 15. März, Möderbrugg (1000m SH) – 30. März, Modriach (1200m SH) – 10. April.
Der frühe Austrieb gilt auch für Hutweiden und Almen. Im jungen Zustand werden auch Bürstling, Rasenschmiele und Alpen-Ampfer noch teilweise verbissen.

Perfektes Koppelweidesystem im Salzburger Flachgau, mit Treibgängen und 10-12 Teilflächen
dicht geschlossener Weidebestand

Foto: Markus Danner/BIO AUSTRIA