3.16 Haltung von Truthühnern

Der spezielle Geflügelteil ist immer in Kombination mit dem allgemeinen Geflügelteil
3.13 zu lesen.
Neben den allgemeinen Richtlinien (Kapitel 1) und den Richtlinien zur Tierhaltung
(Kapitel 3.1 – 3.7 sowie 3.13) gelten für Truthahnbestände folgende Bestimmungen

3.16.1 Tierbestand

3.16.1.1 Höchstbestand pro Stall – siehe Punkt 3.13.1.2
Es werden nicht mehr als 2.500 Truthühner pro Stall gehalten.
Die Gesamtnutzungsfläche der Geflügelställe je Betrieb von maximal 1.600 m2 wird
nicht überschritten.

3.16.1.2 Besatzdichte – siehe Punkt 3.13.1.1
Die Besatzdichte darf in festen Ställen maximal zehn Tiere und maximal 21 kg
Lebendgewicht/m2 betragen.
Bei Ställen mit einem richtlinienkonformen Außenscharrraum darf die maximale
Besatzdichte im Stall nicht mehr als 28 kg Lebendgewicht je m2 den Tieren ständig
zur Verfügung stehende Nettofläche betragen.


3.16.2 Haltung

3.16.2.1 Stallboden, Einstreu
Die nutzbare Stallfläche darf nicht perforiert (Spalten, Gitter) ausgeführt werden
und wird mit trockener und lockerer Einstreu (strukturiertes Material wie Stroh,
Hobelspäne etc.) als Scharrraum für die Tiere versehen.
Um den Truthühnern ein Ausleben ihrer biologischen Verhaltensmerkmale weitgehend
zu ermöglichen (Erkundungsverhalten, Ruhezonen, Fluchtmöglichkeiten
und erhöhte Sitzgelegenheiten), werden im Stall erhöhte Sitzgelegenheiten wie
z.B. Strohballen oder Tische angeboten.

3.16.2.2 Auslauföffnungen – zusätzlich zum Richtlinienpunkt 3.13.1.6
Die Mindestbreite je Auslauföffnung beträgt 80 cm, die Mindesthöhe 60 cm. Bei
allen nach dem 01.07.2006 neu errichteten Stallungen sind die Auslauföffnungen
gleichmäßig über die an den Auslauf grenzenden Seiten verteilt (gilt für Bestände
über 100 Tiere), sodass sie für alle Tiere eine leicht benutzbare Verbindung
zwischen Stall und Auslauf herstellen.
Bei Kälte kann die Anzahl der Auslauföffnungen so weit verringert werden, dass
eine ausreichende Stalltemperatur gesichert ist und die Truthühner trotzdem in den
Auslauf gelangen können.


3.16.3 Auslauf – zusätzlich zum Richtlinienpunkt 3.13.2

Ab der achten Lebenswoche ist der Zugang zum Auslauf tagsüber uneingeschränkt möglich.
Die Auslauffläche beträgt mindestens 10 m2/Tier.


3.16.4 Rassen und Mindestschlachtalter

Das Mindestschlachtalter von 140 Tagen bei Truthähnen und 100 Tagen von Truthennen
muss nicht eingehalten werden, wenn langsam wachsende Rassen verwendet werden.


3.16.5 Transport und Schlachtung

Das Verladen der Tiere erfolgt pfleglich und mit möglichst wenig Stress für die Tiere. Die Tiere
müssen nach dem Verladen sofort zum nächst möglichen Schlachthof transportiert werden,
wobei der Transport sechs Stunden nicht überschreiten darf.