4.3 Obstbau (Kern- und Steinobst, Erdbeeren, Strauchbeeren)

Neben den allgemeinen Richtlinien (Kapitel 1) und den Richtlinien zum Pflanzenbau
(Kapitel 2.1 bis 2.6) gelten für den Obstbau zusätzlich folgende Bestimmungen:
Bei Obstanlagen handelt es sich um Dauerkulturen, daher ist auf ein möglichst vielfältiges
ökologisches Gleichgewicht zu achten.

4.3.1 Arten- und Sortenwahl
Die Wahl der Obstarten bzw. Sorten ist mit der Eignung des jeweiligen Standortes in Einklang
zu bringen. Dem Umfeld der Obstanlagen sowie den Unterkulturen ist besondere Aufmerksamkeit
zu schenken (Blütenpflanzen, Sträucher, Hecken, …).

4.3.2 Kronenaufbau
Anzustreben sind Bäume mit einem lockeren Kronenaufbau, damit die Blätter und Früchte gut
besonnt werden können. Dies gilt besonders bei Anlagen mit Hagelnetzen. Die Bäume sollen
sich im Gleichgewicht zwischen Triebwachstum und Fruchtbildung befinden.

4.3.3 Begrünung, Bodenbearbeitung
Eine ganzjährige Begrünung mit standortgerechten Gemengen wird vorgeschrieben. In
Gebieten mit ausgeprägter Sommertrockenheit muss eine mindestens zehnmonatige Begrünung
gegeben sein. Jedenfalls ist aber ein Umbruch der Begrünung in der Zeit von Anfang
September bis Ende März zu unterlassen. Die Mulchschnitte sind nützlingsschonend
durchzuführen, z.B. können Randbereiche nicht oder abwechselnd gemulcht werden. Der
Humusgehalt sollte eine positive Tendenz aufweisen.
Bei Neuanpflanzungen ist auf eine gute Bodenvorbereitung zu achten. Die Baumstreifen
können besonders bei Jungbäumen mechanisch offen gehalten oder mit organischem
Material abgedeckt werden.

4.3.4 Düngung – zusätzlich zum Richtlinienpunkt 2.1
Vor jedem Zugang von organischen Düngemitteln ist eine Genehmigung von BIO AUSTRIA
notwendig. Beim Zugang organischer Dünger konventioneller Herkunft ist die Menge so zu
bemessen dass die Gesamtstickstoffmenge von 170 kg/ha landwirtschaftliche Nutzfläche –
den hofeigenen Dünger mit eingeschlossen – nicht überschritten wird.
Die genehmigbare Menge beträgt im Obstbau pro ha und Jahr: Kern- und Steinobst, incl.
Beerenobst: maximal 60 kg Njw/ha und Jahr; Holunder: maximal 80 kg Njw/ha und Jahr;
Berechnungsbasis ist der jahreswirksame Stickstoff (Njw) gemäß ÖPUL 2007
Die Ausbringung von Wirtschafdüngern (Gülle, Jauche, Frischmist) als Kopfdüngung auf
Beerenobstpflanezn (z.B. Erdbeeren) ist verboten, ausgenommen bei Beerenkulturen nach
der Ernte.

4.3.5 Umstellung – zusätzlich zum Richtlinienpunkt 1.2.1
Bei schrittweiser Umstellung einer Obstanlage ist ein genauer Umstellungsplan erforderlich.
Der Umstellungsplan muss von BIO AUSTRIA akzeptiert werden. Die Auflagen unter Punkt
1.2.1 dieser Richtlinien sind zu erfüllen.

4.3.6 Erlaubte Hilfsmittel – zusätzlich zum Richtlinienpunkt 2.3.3
Die Obergrenze für den Kupfereinsatz beträgt 3,0 kg Reinkupfer pro Hektar und Jahr.