6. Kennzeichnung und Vermarktung für
BIO AUSTRIA-Mitglieder


6.1 Identifizierung
Tiere und tierische Erzeugnisse sowie pflanzliche Produkte müssen auf allen Stufen der
Erzeugung, Aufbereitung, Beförderung und Vermarktung zu identifizieren sein.

6.2 Führung des Markenzeichens
Die Berechtigung zur Führung des Markenzeichens wird erst nach Abschluss einer schriftlichen
Beitrittserklärung zum Verein BIO AUSTRIA erworben, durch den sich der Erzeuger zur
Einhaltung dieser Vorschriften verpflichtet.
Mit dem BIO AUSTRIA-Markenzeichen können ausschließlich anerkannt biologische Lebensund
Futtermittel gekennzeichnet werden.

6.3 Adressangabe
Der Erzeuger ist verpflichtet, auf allen Verpackungen für Endverbraucher seinen Namen und
seine Adresse anzuführen, so dass die Herkunft des Lebensmittels zweifelsfrei feststellbar ist.

6.4 Verpackung
Zum Schutz des Erzeugers und der Konsumenten werden die Produkte aus biologischem Anbau
in Behältnissen (z.B. Kisten, Säcke, ...) vermarktet, die mit dem Vereinslogo gekennzeichnet
sind. Diese Kennzeichnung soll einen unlauteren Wettbewerb verhindern und dem
Konsumenten die Möglichkeit geben, die Qualitätsprodukte von anerkannten Vereinsbetrieben
zu erkennen. Verpackungsmaterial von BIO AUSTRIA wird nur an anerkannte Mitgliedsbetriebe
abgegeben und darf nur für Produkte mit mindestens 95 % Bio-Anteil verwendet
werden – siehe auch Punkt 7.3.2.

6.5 Hoftafel
Der anerkannte Mitgliedsbetrieb hat den Hof mit einer Hoftafel, auf der das Markenzeichen
des Vereines originalgetreu abgebildet ist, zu kennzeichnen.

6.6 Produktsortiment
Ein BIO AUSTRIA-Betrieb darf im Rahmen seines Ab-Hof-Verkaufs bzw. in seinem Hofladen
folgende biologische Produkte (im eigenen oder fremden Namen) anbieten:
a) unter dem BIO AUSTRIA-Markenzeichen: Ware von BIO AUSTRIA-Mitgliedsbetrieben bzw.
Kooperationspartner (siehe auch Punkt 6.2 dieser Richtlinien)
b) nicht unter dem BIO AUSTRIA-Markenzeichen (weil regional nicht in BIO AUSTRIAQualität
verfügbar):
• Ware von anderen kontrollierten österreichischen Bio-Betrieben
• Ware aus dem Ausland, wenn die Echtheit der biologischen Qualität durch ein Zertifikat
des Vorlieferanten bestätigt wird.
c) Nachfolgende Erzeugnisse, die nicht direkt oder ausschließlich aus der landwirtschaftlichen
Bio-Produktion stammen, sind so zu kennzeichnen, dass es zu keiner Irreführung der Verbraucher
kommt – dies gilt auch für Hinweise auf der Homepage, Werbe- und
Präsentationsmaterial, auf Transportmittel u. ä.:
• Wild aus einem Jagdbetrieb, Käse/Milchprodukte von Gemeinschaftsalmen, Pflanzen
und Teile davon aus Wildsammlung.
• In begründeten Fällen kann für zusätzliche Produkte bei der Abteilung Qualitätsmanagement
von BIO AUSTRIA um Ausnahme angesucht werden (z.B. bei Flächenzugängen
mit konventionellem Status).
Auskünfte bezüglich genauer Produktdeklaration erteilt der BIO AUSTRIA-Landesverband.

6.7 Zugekaufte Produkte
Die unter Punkt 6.6 angeführte Regelung gilt analog für den Zukauf von biologischen Produkten
zur Verarbeitung und Veredelung – siehe auch Punkt 7.3.2.
6.8 Verarbeitung, Produktspezifikation
Für die Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe zu Bio-Lebensmitteln gelten die im Punkt
7.3.2 angeführten Vorgaben.

6.9 Gewerbliche Hofläden
Laut EU-Bio-Verordnung ist jedes Unternehmen, das Erzeugnisse erzeugt, aufbereitet, lagert,
aus einem Drittland einführt oder in Verkehr bringt, verpflichtet, vor dem Inverkehrbringen als
biologisches Produkt oder Umstellungsware,
a) diese Tätigkeit bei der zuständigen Behörde des Mitgliedsstaats, in dem diese Tätigkeit
ausgeübt wird, zu melden;
b) seine Tätigkeit dem Kontrollverfahren zu unterstellen.
Gemäß Runderlass vom 05.07.2005 des BMG (Bundesministerium für Gesundheit) sind
Einzelhändler, die Erzeugnisse direkt an den Endverbraucher verkaufen, davon ausgenommen.
Sobald jedoch selbst Erzeugungs- oder Aufbereitungsschritte gesetzt werden,
Erzeugnisse an einem anderen Ort als einem Ort in Verbindung mit der Verkaufsstelle
gelagert oder die Einfuhr aus einem Drittland vorgenommen wird, unterliegt das Unternehmen
den genannten Verpflichtungen.
Betreibt ein Mitglied von BIO AUSTRIA einen gewerblichen Hofladen, für den auf Grund der
gesetzlichen Vorgaben (siehe oben) ein eigener Kontrollvertrag notwendig ist, muss es auch
eine eigene Kooperationsvereinbarung mit BIO AUSTRIA geben, damit die Kontrolldaten an
BIO AUSTRIA weitergeleitet werden.