5.3 Haltung von Mastkaninchen


Neben den allgemeinen Richtlinien (Kapitel 1) und den Richtlinien zur Tierproduktion
(Kapitel 3.1 bis 3.9) gelten für Mastkaninchen folgende Bestimmungen:

5.3.1 Herkunft, Tierzukauf
Es müssen grundsätzlich Bio-Tiere zugekauft werden. Wenn keine geeigneten Bio-Tiere
verfügbar sind, können konventionelle Tiere unter folgenden Voraussetzungen zugekauft
werden:
• Beim erstmaligen Bestandsaufbau oder im Rahmen einer erstmaligen Umstellung einer
Produktionseinheit können bis zu 100 % des Tierbedarfs konventionell sein. Es ist eine
Genehmigung der Kontrollstelle erforderlich.
• Diese Ausnahme gilt auch bei der Erneuerung des Bestandes bis zur Erlassung von
Richtlinien für die Zucht.
• Konventionelle männliche Zuchttiere dürfen eingestellt werden.
• Das Alter der konventionell zugekauften Jungtiere (Absetzer) beträgt maximal fünf
Wochen.

5.3.2 Umstellung
Tierische Erzeugnisse können als Erzeugnisse aus biologischer Landwirtschaft vermarktet
werden, wenn die Tiere mindestens 2/3 ihrer Lebenszeit durchgängig nach den geltenden
Bestimmungen der biologischen Landwirtschaft gehalten wurden.

5.3.3 Futter- und Tränkemöglichkeit
Zusätzlich zu den Richtlinien für Monogastrier gemäß Punkt 3.4 gilt folgendes:
• Alle Tiere haben ständig Heu zur Verfügung und erhalten während der Vegetationszeit
Grünfutter.
• Frisches Wasser steht ständig zur Verfügung.
• Fütterungseinrichtungen müssen so gestaltet sein, dass auch rangniedrigere Tiere
genügend Futter erhalten.
• Zum Benagen müssen Äste mit Rinde (vorzugsweise von Kernobstbäumen, Esche,
Weide, Fichte oder Eiche) vorhanden sein, die bei Bedarf gewechselt werden müssen.

5.3.4 Haltungsbedingungen
• Die Mindeststallfläche beträgt vom Absetzen bis Ende 8. Woche: 8 Tiere/m2, danach:
6 Tiere/m2.
• Die Stallbodenfläche ist als eingestreute Liegefläche ausgeformt. Bis maximal 50 % der
Stallbodenfläche ist ein perforierter Lochboden.
• Eine Strukturierung im Stall wie z.B. eine zweite Ebene wird empfohlen. Diese Ebene wird
jedoch nicht zur Stallbodenfläche gerechnet.
• Auslauf: befestigt und leicht zu reinigen, eine Überdachung ist bis zu 100 % der Auslauffläche
möglich. Die Mindestauslauffläche beträgt 0,125 m2 pro Tier (8 Tiere/m2). Darüber
hinaus kann der Auslauf auf bewachsenen Boden ausgedehnt werden (2 m2/Tier).
• Besatzdichte: die höchstzulässige Anzahl von Tieren/Hektar beträgt 400 Mastkaninchen
(GVE gem. ÖPUL, Äquivalent von 170 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr).
• Gruppenhaltung mit überschaubaren Gruppengrößen von etwa 50 Tieren.
• Bei Kaninchenmastställen, die nach dem 01.08.2010 gebaut wurden, muss zusätzlich die
aktuelle Version der 1. Tierhalteverordnung Anlage 9 berücksichtigt werden. Es ist zu
beachten, dass mindestens 20 cm erhöhte Flächen im Stall oder abgedunkelte Bereiche
zur Verfügung gestellt werden sowie Haltungseinrichtungen nicht übereinander positioniert
werden dürfen.