3.14 Richtlinien zur Aufzucht von Junghennen


Der spezielle Geflügelteil ist immer in Kombination mit dem allgemeinen Geflügelteil
3.13 zu lesen.
Neben den allgemeinen Richtlinien (Kapitel 1) und den Richtlinien zur Tierhaltung
(Kapitel 3.1 – 3.7 sowie 3.13) gelten für die Aufzucht von Junghennen folgende
Bestimmungen:
Die Jungtiere sollen in der Aufzucht die natürlichen Verhaltensweisen erlernen, welche sie im
Legestall auch ausüben können. Damit sollen mögliche Verhaltensstörungen vermieden
werden. Das Stallsystem im Aufzuchtstall soll daher mit dem Legehennenstall weitgehend
übereinstimmen. So sollte die Junghennenaufzucht für Legehennen in Volierenhaltung
ebenfalls in Volieren erfolgen.
In der Aufzucht sollen Widerstandskraft und eine natürliche Immunisierung entwickelt und
aufgebaut werden.

3.14.1 Tierbestand

In einer Stalleinheit mit eigenem Auslauf werden nicht mehr als 4.800 Junghennen gehalten.
Bis zum Alter von drei Wochen ist eine Aufzucht mit insgesamt maximal 9.600 Tieren, geteilt
in mindestens zwei Gruppen je maximal 4.800 Tiere, möglich.

3.14.2 Haltungsbedingungen

3.14.2.1 Besatzdichte
maximal 35 Tiere/m2 nutzbare Stallfläche bis zum Alter von 3 Wochen
maximal 20 Tiere/m2 nutzbare Stallfläche bis zum Alter von 6 Wochen
maximal 14 Tiere/m2 nutzbare Stallfläche bis zum Alter von 10 Wochen
maximal 10 Tiere/m2 nutzbare Stallfläche bis zum Alter von 18 Wochen
Bei Ställen mit richtlinienkonformen Außenscharrräumen ist eine Besatzdichte von
maximal 12 Tieren/m2 nutzbarer Stallfläche zwischen der 11. und der 18. Woche
möglich. Definition nutzbare Stallfläche und Außenscharrraum siehe Punkt
3.13.1.1.

3.14.2.2 Ausgestaltung des Stalles
Ab dem ersten Lebenstag sind stufenförmig angeordnete Sitzstangen vorzusehen.
Der Mindestabstand zum Boden beträgt 15 cm. Ergänzend sind vom ersten Tag an
Strukturen im Stallraum empfohlen (z.B. Heu- oder Strohballen).
Bis Ende der zehnten Lebenswoche: 4 cm Sitzstange/Tier
Ab der elften Lebenswoche: 10 cm Sitzstange/Tier,
Abweichend dazu sind in Volierenställen ab der elften Lebenswoche die Strukturen
der erhöhten Ebenen als Sitzstangenangebot ausreichend.
Die Kücken müssen ab dem ersten Lebenstag Einstreu mit Sandanteilen zur freien
Verfügung haben. Mindestens ein Drittel der Bewegungsfläche im Stall muss als
eingestreute Scharrfläche zur Verfügung stehen. Die Einstreu ist trocken, locker
und sauber zu halten.

3.14.2.3 Volierenhaltung in der Bio-Junghennenaufzucht
Die Volierenhaltung in der Bio-Junghennenaufzucht ist erlaubt. Es dürfen nur
Volieren mit maximal drei Etagen (Bodenfläche + drei Etagen) verwendet werden,
wobei die dritte Etage als Ruhebereich eingerichtet werden muss. Es gelten die
gleichen Besatzdichten/m2 nutzbarer Stallfläche wie in anderen Aufzuchtställen, die
Obergrenze liegt bei maximal 24 Tiere/m2 Stallgrundfläche.

3.14.2.4 Licht – siehe Punkt 3.13.1.7
Bei Auftreten von starkem Federpicken kann das Tageslicht im Stallinneren
vorübergehend abgedunkelt (mindestens 5 Lux) werden, wenn Zugang zu einem
Außenscharrraum besteht.

3.14.3 Außenscharrraum und Auslauf

3.14.3.1 Auslauföffnungen – siehe Punkt 3.13.1.6

3.14.3.2 Außenscharrraum
Spätestens ab der zehnten Lebenswoche müssen die Tiere während der Aktivitätszeit
Zugang zu einem richtlinienkonformen Außenklimabereich (Außenscharrraum,
Definition siehe 3.13.1.1) haben. Ausgenommen sind Betriebe mit Bestandsgrößen
von unter 200 Junghennen oder mit mobilen Ställen, sofern Grünauslauf zur
Verfügung steht.

3.14.3.3 Grünauslauf (zusätzlich zum Richtlinienpunkt 3.13.2)
Spätestens ab der 12. Woche ist den Junghennen Grünauslauf anzubieten. An
Tagen mit Witterungsextremen (z.B. Schneelage) ist der Zugang zum Außenscharrraum
ausreichend. Der Grünauslauf muss mindestens 0,5 m2/Tier umfassen.
Als Auslaufflächen gelten nur Flächen innerhalb eines Umkreises von 50 Metern
von den Auslauföffnungen.
In bereits vor dem 01.01.2002 bestehenden Gebäuden mit Junghennenaufzucht,
die über keinen richtlinienkonformen Außenscharrraum verfügen, genügt Grünauslauf.