Humuswirtschaft

Die Verwendung von chemisch-synthetischen Stickstoffdüngern, leicht löslichen Phosphaten
und Düngemitteln mit wertbestimmenden Inhalten in Chlorid-Form (z.B. Kalium-Chlorid) sowie
die Klärschlamm- und Klärschlammkompostausbringung ist verboten.
Die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern (Gülle, Jauche, Frischmist) als Kopfdüngung auf
Beerenobstpflanzen (z.B. Erdbeeren) und Gemüse ist verboten, ausgenommen bei
Beerenkulturen nach der Ernte.


2.1.1 Kompostanwendung in der Landwirtschaft


• Kompost aus organischem Material, das unmittelbar im land- und forstwirtschaftlichen
Betrieb anfällt (Mist und kompostierbares organisches Material),
und anschließend wieder im Bereich des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes
einer zulässigen Verwertung zugeführt wird, unterliegt nicht der Kompostverordnung
(KVO) BGBl. II 292/2001 und ihren Qualitätsanforderungen
(Abfallwirtschaftsgesetz, AWG 2002). Die Vorgaben der EU-VO 889/2008
bezüglich Höchstgehalten an Schwermetallen bei Beimengung von
Haushaltsabfällen sind jedenfalls zu beachten (siehe Punkt 2.1.5, kompostierte
und fermentierte Haushaltsabfälle).
• Komposte, die unter Verwendung auch anderer Abfälle (gemäß der Positivliste
von Dünge- und Bodenverbesserungsmittel Punkt 2.1.5 dieser Richtlinie) als
aus land- und forstwirtschaftlichem Ursprung hergestellt wurden, unterliegen
den Bestimmungen der Kompostverordnung und deren Qualitätsklassen.
• Komposte aus Haushaltsabfällen, die auf Bio-Flächen ausgebracht werden,
müssen der Qualitätsklasse A+ samt ihren Anforderungen (Einhaltung Schwermetallgrenzwerte,
seuchenhygienische Unbedenklichkeit, Güteüberwachung
etc.) entsprechen.
• Ausgenommen von den Bestimmungen der KVO sind Komposthersteller, die in
Summe nicht mehr als 150 m3 Kompost pro Jahr inklusive aller Siebreste (ohne
Berücksichtigung der aus dem eigenen Betrieb stammenden Materialien) produzieren,
dieser fast ausschließlich für den Eigenbedarf hergestellt wird und
jedenfalls nicht mehr als 50 m3 mittels Direktabgabe in Verkehr gebracht werden.
Eine Dokumentation der übernommenen Menge an kompostierfähigem
Material und der abgesetzten Menge Kompost ist als Nachweis durchzuführen.
• Die empfohlene Ausbringungsmenge darf für Düngungsmaßnahmen 8 t
Trockenmasse pro ha und Jahr (entspricht ca. 13 t Frischmasse) im fünfjährigen
Durchschnitt nicht überschreiten. Keinesfalls werden aber 170 kg N
pro ha und Jahr – inklusive hofeigenem Dünger – überschritten.
• Qualitätssichernde Maßnahmen lt. KVO BGBl. II 292/2001
Vom Anlagenbetreiber sind einmal jährlich folgende Informationen erforderlich:
• Auflistung aller in der Anlage kompostierten Komponenten.
• Bei tierischem Ausgangsmaterial ist neben der Angabe der Tierart auch die
Haltungsform (Anbindehaltung, Vollspaltenboxen etc.) und die Tierbesatzdichte
des Herkunftbetriebes erforderlich.
• Zur Absicherung der Gentechnikfreiheit ist beim Einsatz von Mais, Raps, Soja,
Kartoffeln und Zuckerrübe und deren Folgeprodukten die österreichische
Herkunft zu bestätigen.
• Bei Einsatz von Haushaltsabfällen ist ein aktueller Prüfbericht vorzulegen:
Mindestuntersuchungshäufigkeit:
Jahresmenge Kompost bis 50 m3: einmalig (5 m3 Mindestbeurteilungsmenge)
50 m3 bis 300 m3: einmal alle drei Jahre (20 m3 Mindestbeurteilungsmenge)
300 m3 bis 1000 m3: einmal alle zwei Jahre (50 m3 Mindestbeurteilungsmenge)
1000 m3 bis 2000 m3: einmal pro Jahr (100 m3 Mindestbeurteilungsmenge)
2000 m3 bis 4000 m3: zweimal pro Jahr (150 m3 Mindestbeurteilungsmenge)