3.13 Haltung von Geflügel


Grundsätze einer artgemäßen Hühnerhaltung
Eine tiergerechte Hühnerhaltung muss den Tieren die Erfüllung ihrer physiologischen und
Verhaltensbedürfnisse ermöglichen. Besonders bei Hochleistungslegehennen ist es wichtig
alle Verhaltensbedürfnisse von der Kückenaufzucht an zu befriedigen, da Verhaltensstörungen,
wie z.B. Feder- und Kloakenpicken und Kannibalismus, vermehrt auftreten
können. Eine artgemäße Hühnerhaltung muss folgende Forderungen erfüllen:
• Ein Mindestangebot an Platz im Stall sowie ein geeigneter Auslauf bzw. Weidezugang
• Eine Gliederung des Stalles in Ruhe- und Aktivitätsbereiche
• Hühner besitzen ein umfangreiches Repertoire an Verhaltensweisen, die das Leben und
die Nahrungssuche am Boden betreffen. Sie zeigen ein umfangreiches Komfortverhalten,
zu dem auch Sand- und Sonnenbäder zählen. Daher sind verhaltensrelevante Einrichtungen
wie geeignete Nester, Scharrflächen, Sandbademöglichkeit und Sitzstangen
auf verschiedenen Ebenen wichtig.
• Eine bedarfs- und verhaltensgerechte Fütterung sowie ausreichend geeignete Futter- und
Tränkeeinrichtungen
• ausreichend Tageslicht und Sonne im Stall
• ein staub- und schadstoffarmes Stallklima
• Schutz vor krankmachenden Bedingungen, Verletzungen und Beutegreifern


3.13.1 Stallungen


3.13.1.1 Besatzdichten
Als „nutzbare Stallfläche“ gilt eine uneingeschränkt begehbare, mindestens
30 cm breite und höchstens 14 % (= 6,3° ) geneigte Fläche mit einer lichten Höhe
von mindestens 45 cm (Mindestabstand zwischen den Ebenen). Die Nestflächen,
deren Anflugroste, erhöhte Sitzstangen und Flächen im Außenscharrraum sind
nicht Teil der nutzbaren Stallfläche. In Systemen mit mehreren übereinander angeordneten
Ebenen gelten als nutzbare Stallfläche alle entmistbaren Gitter- und Rostflächen
mit direkt darunter liegender Entmistung sowie die eingestreuten Stallbodenflächen.
Mindeststallfläche
(den Tieren zur Verfügung stehende nutzbare Stallfläche)
Anzahl Tiere/m2 Nest
Legehennen 6 Tiere/m2; bei richtlinienkonformen
Außenscharrraum maximal 7
Tiere/m2 nutzbare Fläche im Stall
(Definition Außenscharrraum
nachfolgend)
5* Legehennen je Nest oder im
Fall eines Gruppennestes:
120 cm2/Tier
Legehennen
Volierenhaltung
Maximal 7 Tiere/m2 nutzbare
Stallfläche (bei geschlossenen
Stallöffnungen maximal 14 Tiere/m2
Stallgrundfläche)
5* Legehennen je Nest oder im
Fall eines Gruppennestes:
120 cm2/Tier
Mastgeflügel
(in festen Ställen)
10 Tiere/m2, höchstzulässiges
Lebendgewicht 21 kg/m2 ; Gänse
maximal 15 kg/m2; bei
richtlinienkonformen
Außenscharrraum: Masthühner und
Puten maximal 28 kg/m2,
Masthühner maximal 12 Tiere/m2
nutzbare Stallfläche
Mastgeflügel
(in beweglichen
Ställen)
16 Tiere/m2, höchstzulässiges
Lebendgewicht 30 kg/m2 nur in
beweglichen Ställen mit einer
Bodenfläche von höchstens 150 m2;
Gänse maximal 15 kg/m2, Enten
maximal 25 kg/m2
* Die Nester müssen mit natürlichen, verformbaren Materialien ausgestattet sein.
Außenscharrraum (Außenklimabereich)
Ein richtlinienkonformer Außenscharrraum muss folgende Bedingungen erfüllen:
Ein Außen- oder Kaltscharrraum bezeichnet einen überdachten, nicht isolierten,
eingestreuten, beleuchteten Außenklimabereich, der an einer oder mehreren
Seiten durch Gitter, Windnetze oder ähnliche Vorrichtungen begrenzt wird, nicht
zur nutzbaren Stallfläche gezählt wird und
• während der ganzen Aktivitätsphase (Hellphase, natürliches und künstliches
Licht) für die Tiere über alle Stallöffnungen zugänglich ist,
• mindestens ein Drittel (mindestens ein Viertel in der Junghennenaufzucht bis
zum Alter von 18 Wochen) der nutzbaren Stallfläche im Stallinneren umfasst,
• überdacht ist, über automatische Schieber-/Klappenöffnungen, Beleuchtung,
Einzäunung und Windschutzmöglichkeiten verfügt,
• eingestreut ist,
• eine Höhe von mindestens 1,5 m hat,
• sich auf gleicher Ebene wie der Stall befindet bzw. der Niveauunterschied vom
Stall zum Außenscharrraum maximal 80 cm (maximal 50 cm in der Junghennenaufzucht
bis zum Alter von 18 Wochen) beträgt. Der Niveauunterschied
darf bei Masthühner maximal 40 cm und bei Truthühner maximal 25 cm
betragen. Größere Niveauunterschiede können bei Mast- und Truthühnern
durch Auf- oder Abstiegshilfen überwunden werden, bedürfen aber einer Genehmigung
von BIO AUSTRIA.
• über Öffnungen vom Stallinnenteil in den Außenscharrraum verfügt, die den
Anforderungen an Auslauföffnungen genügen (Truthühner: Mindestbreite:
80 cm, Mindesthöhe: 60 cm; Legehennen und Masthühner: Mindestbreite:
40 cm, Mindesthöhe: 35 cm).


3.13.1.2 Definition Geflügelstall
Ein Geflügelstall ist eine in sich abgeschlossene Einheit mit eigenem Luftraum und
eigenen Tränke- und Futterbahnen mit umliegendem Auslauf für die Tiere.
In einem solchen Geflügelstall dürfen nicht mehr als 4.800 Mast- bzw. Junghühner,
3.000 Legehennen, 5.200 Perlhühner, 4.000 weibliche Barbarie- oder Pekingenten,
3.200 männliche Barbarie-, Peking- oder sonstige Enten, 2.500 Kapaune, Gänse
oder Truthühner beherbergt sein.
Für die Fleischerzeugung darf ein Betrieb nicht mehr als 1.600 m2 Stallfläche für
Geflügel aufweisen. Die Gesamtobergrenze pro Betrieb bei Masthühnern beträgt
9.600 Tiere.


3.13.1.3 Stallboden
Zumindest ein Drittel der für die Tiere begehbaren Fläche ist planbefestigt, mit
lockerem und trockenem Einstreumaterial bedeckt (z.B. strukturiertes Material wie
Stroh, Holzspäne etc.) und muss als Scharrraum den Tieren zur Verfügung stehen.
Bei Legehennen ist ein ausreichend großer Teil der verfügbaren Bodenfläche als
Kotgrube auszuführen.


3.13.1.4 Sitzstangengestaltung
Für Legehennen und Perlhühner sind je Tier 20 cm erhöhte Sitzstangen vorzusehen.
Für Legehennen gilt weiters: Die Sitzstangen sind nicht über dem Einstreubereich
angeordnet und weisen keine scharfen Kanten auf. Bei Verwendung von Lattenrosten/
PVC-Rosten über der Kotgrube kann 1 m2 Lattenrost 3 lfm. Sitzstangen ersetzen.
Es müssen aber mindestens die Hälfte der benötigten Sitzstangen stufenförmig
erhöht angebracht sein, wobei der horizontale Abstand von Sitzstange zu
Sitzstange mindestens 30 cm beträgt, der Abstand von Sitzstange zur Wand
mindestens 20 cm. Erhöhte Sitzstangen müssen mindestens 35 cm über einer
darunter gelegenen nutzbaren Fläche angebracht sein.


3.13.1.5 Haltung von Legehennen in Volieren
Die Haltung von Legehennen in Volieren ist nur in Verbindung mit einem Außenscharrraum
erlaubt, wenn folgende Parameter erfüllt sind:
- Vorhandensein eines richtlinienkonformen Außenscharrraumes,
- ordnungsgemäß ausgeführte maximal dreietagige Voliere (d. h. Boden plus drei
Etagen; wenn dreietagig, dann ist die oberste Etage als Ruhebereich mit
Sitzstangen zu gestalten).
- Besatzdichte siehe 3.13.1.1


3.13.1.6 Auslauföffnungen
Bei Geflügel sind Auslauföffnungen im Ausmaß von 4 m Breite je 100 m2 der den
Tieren zur Verfügung stehenden Stallfläche vorzusehen.
Bei Lege- und Junghennen sowie Masthühnern müssen die einzelnen Auslauföffnungen
mindestens 35 cm hoch, mindestens 40 cm breit und so verteilt sein,
dass sie für alle Hühner eine leicht benutzbare Verbindung zwischen Stall und
Auslauf herstellen. Bei Truthühnern beträgt die Mindestbreite je Auslauföffnung
80 cm und die Mindesthöhe 60 cm.


3.13.1.7 Licht
In Geflügelställen ist im Tierbereich in der Lichtphase eine Lichtstärke von mindestens
20 Lux zu erreichen (Empfohlene Fensterfläche – Architekturlichte* = mindestens
3 % der Mindestbodenfläche). *entspricht der verputzten und gedämmten Maueröffnung
Es darf Kunstlicht eingesetzt werden.
Es werden nur hochfrequente Leuchtstoffröhren oder andere Lichtquellen
verwendet, die keinen stroboskopischen Effekt verursachen. Es ist eine
ununterbrochene Nachtruhe ohne Kunstlicht von mindestens acht Stunden
einzuhalten. Bei Lichtänderung sind gleitende oder gestaffelte Übergänge
einzuhalten. Bei Auftreten von starkem Federpicken kann das Tageslicht im
Stallinneren vorübergehend abgedunkelt (mindestens 5 Lux) werden. Bei
Junghennen muss in diesem Fall Zugang zu einem Außenscharrraum bestehen.


3.13.1.8 Fressplätze und Tränkemöglichkeit
Funktionstüchtige Tränkemöglichkeiten mit sauberem Trinkwasser müssen den
Tieren den ganzen Tag über zur Verfügung stehen. Bei Verwendung von Nippeltränken
oder Trinknäpfen müssen für jede Haltungseinheit (Gruppe) mindestens
zwei dieser Einrichtungen in Reichweite sein.
Die Verteilung der Fütterungs- und Tränkeanlagen muss sicherstellen, dass alle
Tiere ungehinderten Zugang haben.
Die Mindestausmaße für Fütterungs- und Tränkevorrichtungen bei alternativen
Haltungssystemen gemäß österreichischem Tierschutzgesetz (Tierhalteverordnung
BGBl. II 485/2004, Anlage 6, Punkt 3.1) sind einzuhalten.


3.13.1.9 Stallhygiene
Sämtliche Gebäudeteile, Ausrüstungen und Geräte, mit denen die Tiere in Berührung
kommen, sind regelmäßig jedenfalls jedoch nach jeder kompletten Ausstallung
und vor Aufstallung der nächsten Tierpartie gründlich zu reinigen und zu
desinfizieren. Solange die Stallungen besetzt sind, müssen alle Oberflächen und
sämtliche Anlagen sauber gehalten werden.
Ausscheidungen sind so oft wie nötig, tote Tiere täglich zu entfernen.
Alle Tiere müssen mindestens einmal täglich kontrolliert werden. Kranke oder
verletzte Tiere müssen erforderlichenfalls separiert oder gesondert untergebracht
werden können.
Reinigungs- und Desinfektionsmittel: Zur Reinigung und Desinfektion von Geflügelställen
erlaubte Inhaltstoffe siehe Punkt 3.6. Eine Liste von verordnungskonformen
Reinigungs- und Desinfektionsmitteln ist im Betriebsmittelkatalog für den biologischen
Landbau. Sollten andere als die dort angeführten Mittel eingesetzt
werden, ist vor deren Zukauf mit der Kontrollstelle Rücksprache zu halten.
Insektenbekämpfung in Geflügelställen: Produkte mit bio-tauglichen Wirkstoffen
(siehe Punkt 3.7) sind dem aktuellen Betriebsmittelkatalog zu entnehmen.


3.13.1.10 Stallklima, Lärm
Eine natürliche oder mechanische Belüftung ist in geschlossenen Ställen vorhanden.
Der Luftwechsel erfolgt dauerhaft und ausreichend ohne gleichzeitig schädliche
Zugluft zu bewirken.
Ist das Wohlbefinden der Tiere vom Lüftungssystem abhängig, so muss es ein
Alarmsystem und ein geeignetes Ersatzsystem geben.
Der Lärmpegel ist so gering wie möglich zu halten. Dauernder oder plötzlicher
Lärm ist zu vermeiden. Die Konstruktion, die Aufstellung, die Warnung und der
Betrieb der Belüftungsgebläse, Fütterungsmaschinen oder anderer Maschinen sind
so zu gestalten, dass sie so wenig Lärm wie möglich verursachen.


3.13.1.11 Übergangsregelungen für Geflügelställe
Wenn der Stall vor dem 24.08.1999 errichtet wurde, die Mindestanforderungen des
österreichischen Lebensmittelbuches Kap. A8, Stand August 1999 eingehalten
werden und die Betriebe folgende Übergangsregelungen in Anspruch genommen
haben:
- Mindeststallflächen lt. Punkt 3.13.1.1
- Obergrenzen für die Tieranzahl pro Stall aus Punkt 3.13.1.2
- Bestimmungen über das Ausmaß von Scharrraum und Kotgrube aus 3.13.1.3
- Bestimmungen zu den Auslauföffnungen aus Punkt 3.13.1.6
müssen die Bio-Richtlinien ab 01.01.2011 eingehalten werden. Wer bis 01.01.2011
die nötigen Anpassungen nicht vornimmt, beantragt bei der zuständigen Landesbehörde
eine Verlängerung der Ausnahme bis längstens Ende 2013. Mit dem Ansuchen
muss ein Plan vorgelegt werden, aus dem hervorgeht, wie die Bio-Richtlinien
ab dem 01.01.2014 eingehalten werden. Betriebe, deren Ansuchen von der
Behörde genehmigt wurden, haben ab dem 01.01.2011 zwei Bio-Kontrollen pro
Jahr.


3.13.2 Ausläufe

Die Tiere müssen ständigen Zugang zu Freigelände, vorzugsweise zu Weideland, haben,
wann immer die Witterungsbedingungen und der Zustand des Bodens dies erlauben.
Bei beengten Hoflagen gelten im Sinne der Übergangsregelung Ausnahmen bis längstens
31.12.2013 (siehe Punkt 3.13.2.5).
Für die Freilandhaltung von Legehennen ist eine großteils bewachsene Außenfläche von
mindestens 10 m2 je Tier vorzusehen. Die Auslauffläche muss über Unterschlupfmöglichkeiten
zum Schutz vor widrigen Witterungsbedingungen und vor Raubtieren sowie bei
Bedarf über geeignete Tränken verfügen. Auf Grünflächen ist darauf zu achten, dass keine
Überweidung stattfindet.
Der Auslauf für Legehennen muss in einem Umkreis von maximal 150 m vom Stall sein. Die
Auslauffläche grenzt dabei direkt an die Auslauföffnungen des Stalles bzw. Außenscharrraumes
oder Vorplatz. Untertunnelung oder ähnliche Maßnahmen zur Überwindung von
Hindernissen sind nicht erlaubt.


3.13.2.1 Auslaufnutzung
Der Auslauf muss, wann immer die Witterungsbedingungen und der Zustand des
Bodens dies erlauben, tagsüber uneingeschränkt begehbar sein. Im Sommerhalbjahr
möglichst ganztägig, mindestens jedoch acht Stunden, im Winterhalbjahr
mindestens vier Stunden täglich. Bei Außentemperaturen unter dem Gefrierpunkt
kann die Auslaufzeit auf die Mittagszeit beschränkt werden oder in begründbaren
Fällen (z.B. Frostgefahr) entfallen.


3.13.2.2 Ausstattung des Auslaufs
Es empfiehlt sich, im Anschluss an den Hühnerstall bzw. Außenscharrraum den
Tieren eine mit Schotter, Hackschnitzel oder Beton befestigte Vorplatzfläche
anzubieten. Zusätzlich soll auch eine Möglichkeit zum Sandbaden vorgesehen
werden. Bei beweglichen Stallungen ist eine Befestigung nicht empfehlenswert,
wenn die Fläche für den Vorplatz mit jeder Partie wechselt.
Die Betreuung des Vorplatzes muss hygienischen Anforderungen gerecht werden,
um eine Übertragung von Krankheiten durch Nager, Wildvögel etc. einzudämmen
(regelmäßige Entfernung von Futterresten und Kot).
Der Vorplatz kann von der Weidefläche durch einen Zaun getrennt sein. Die
Verbindung vom Vorplatz zur Weide muss mindestens die gleich breiten Öffnungen
haben wie die Auslauföffnungen beim Stall.
Obstgarten, Wald oder Weide, sofern Wald und Weide von den zuständigen
Behörden genehmigt sind, gelten auch als Grünauslauffläche.
Es wird empfohlen, bei Legehennen und Truthähnen Koppelwirtschaft mit Koppeln
von mindestens 5 m2 per Koppel und Tier zu betreiben.


3.13.2.3 Auslaufruhe
Bei Geflügel, das in Partien aufgezogen und in begrenzten Ausläufen gehalten
wird, ist zwischen den Produktionsdurchgängen eine Ruhezeit von vier Wochen für
den Auslauf vorzusehen.


3.13.2.4 Mindestauslaufflächen für Geflügel
Mindestauslaufflächen
Legehennen 10 m2/Tier, sofern die Obergrenze des Stickstoffeintrages von 170 kg pro
ha und Jahr nicht überschritten wird*
Mastgeflügel (in
festen Ställen)
Masthühner und Perlhühner: 4 m2/Tier
Enten: 4,5 m2/Tier
Truthähne: 10 m2/Tier
Gänse: 15 m2/Tier
Bei allen Arten darf die Obergrenze von 170 kg N pro ha und Jahr nicht
überschritten werden
Mastgeflügel (in
beweglichen
Ställen)
Enten, Masthühner und Perlhühner: 2,5 m2/Tier
Gänse und Truthühner: 10 m2/Tier
Bei allen Arten darf die Obergrenze von 170 kg N pro ha und Jahr nicht
überschritten werden
* Bis 31.12.2013 ist Bodenhaltung mit Auslauf möglich (siehe 3.13.2.5):
Mindestens 1 m2 pro 5 Legehennen steht in Form eines befestigten Auslaufes 8 Stunden
tagsüber und an mindestens 200 Tagen pro Jahr uneingeschränkt zur Verfügung.


3.13.2.5 Übergangsregelungen für Auslaufflächen
Wenn der Stall vor dem 24.08.1999 errichtet wurde, die Mindestanforderungen des
österreichischen Lebensmittelbuches Kap. A8, Stand August 1999 eingehalten
werden und die Betriebe folgende Übergangsregelungen in Anspruch genommen
haben:
- zu kleine Auslaufflächen, jedoch mindestens die Hälfte der national festgelegten
Mindeststallfläche im Österr. Lebensmittelbuch Kap. A8, Stand August
1999
- fehlender Auslauf wegen beengter Hoflage
- fehlender Pflanzenbewuchs und Schutzvorrichtungen in Geflügelausläufen
müssen die Bio-Richtlinien ab 01.01.2011 eingehalten werden. Wer bis 01.01.2011
die nötigen Anpassungen nicht vornimmt, beantragt bei der zuständigen Landesbehörde
eine Verlängerung der Ausnahme bis Ende 2013. Mit dem Ansuchen
muss ein Plan vorgelegt werden, aus dem hervorgeht wie die Bio-Richtlinien ab
dem 01.01.2014 eingehalten werden. Betriebe, deren Ansuchen von der Behörde
genehmigt wurden, haben ab dem 01.01.2011 zwei Bio-Kontrollen pro Jahr.


3.13.2.6 Wasserzugang bei Wassergeflügel
Soweit Witterung und Hygienebedingungen dies gestatten, muss Wassergeflügel
Zugang zu einem Bach, Teich, See oder Wasserbecken haben, damit die Tiere
ihre artspezifischen Bedürfnisse ausleben können und die Tierschutzanforderungen
erfüllt werden. Die Wasserbehälter müssen so gestaltet sein, dass sie
zumindest das Eintauchen des Kopfes und Halses und eine anschließende
Schöpfbewegung erlauben. Handelt es sich um kein Durchflusssystem, so sind die
Behälter regelmäßig zu entleeren und zu reinigen. Zur Schonung der Weide
müssen die Behälter regelmäßig versetzt werden. Die Häufigkeit muss auf die
örtliche Gegebenheit abgestimmt werden, sodass es zu keiner Verschlämmung
kommt.
Die Mindestwassertiefe beträgt 10 cm.


3.13.3 Mindestschlachtalter

Es ist folgendes Mindestschlachtalter für Geflügel einzuhalten:
81 Tage bei Hühnern
150 Tage bei Kapaunen
49 Tage bei Pekingenten
70 Tage bei weiblichen Flugenten
84 Tage bei männlichen Flugenten
92 Tage bei Mulard-Enten
94 Tage bei Perlhühnern
140 Tage bei Truthähnen und Gänsen
100 Tage bei Truthennen
Das Mindestschlachtalter muss nicht eingehalten werden, wenn langsam wachsende Rassen
verwendet werden.