Düngereinsatz

Die Fruchtbarkeit und biologische Aktivität des Bodens sind zu erhalten bzw. zu
steigern durch:
- Anbau von Leguminosen, Tiefwurzlern, Zwischenfrüchten, Untersaaten, Mischkulturen
usw. in einer geeigneten weit gestellten Fruchtfolge.
- Einsatz von Wirtschaftsdüngern aus der Bio-Tierhaltung (maximal 170 kg N/ha und
Jahr). Die Aufbereitung von Wirtschaftsdüngern wird zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit
besonders empfohlen.
- Einsatz von organischem Material (gegebenenfalls nach Kompostierung) von Bio-
Betrieben, wie z.B. Stroh, Streu usw.
Andere organische oder mineralische Düngemittel gemäß Punkt 2.1.5 dürfen ausnahmsweise
nur dann ergänzend eingesetzt werden,
- wenn der Nährstoffbedarf der Pflanzen im Rahmen der Fruchtfolge bzw. der Bodenund
Humusaufbau nicht allein mit den vorhin genannten Mitteln sichergestellt
werden kann;
- wenn die Düngemittel unter Einhaltung der in Punkt 2.1.2 festgelegten Beschränkungen
verwendet werden,
- wenn vor jedem Zugang von organischen Düngemitteln eine Genehmigung von BIO
AUSTRIA vorliegt.

2.1.3.1 Zugang organischer Düngemittel und Bodenverbesserer biologischer Herkunft


Beim Zugang organischer Dünger biologischer Herkunft ist die zugekaufte Menge
so zu bemessen, dass die Gesamtstickstoffmenge von 170 kg/ha und Jahr
landwirtschaftliche Nutzfläche – den hofeigenen Dünger mit eingeschlossen – nicht
überschritten wird.
Bei Spezialkulturen (Feldgemüse, geschützte Kulturen, Kürbis, Wein, Obst,
Hopfen, gärtnerische Kulturen, Heil- und Gewürzpflanzen – außer Druschgewürze)
kann diese Begrenzung überschritten werden.
Es werden aber keinesfalls mehr als 170 kg N/ha und Jahr aus tierischem Dünger
ausgebracht. Dieser Grenzwert gilt nur für Stallmist, getrockneten Stallmist und
getrockneten Geflügelmist, Kompost aus tierischen Exkrementen, einschließlich
Geflügelmist, kompostiertem Stallmist und flüssigen tierischen Exkrementen. Die
Vorgaben des Wasserrechts sind jedenfalls zu beachten.
Diese Regelung gilt auch für Agrogasgülle aus Bio-Agrogasanlagen.


2.1.3.2 Zugang organischer Düngemittel und Bodenverbesserer konventioneller Herkunft


Beim Zugang organischer Dünger konventioneller Herkunft ist die Menge so zu
bemessen, dass die Gesamtstickstoffmenge von 170 kg/ha landwirtschaftliche
Nutzfläche – den hofeigenen Dünger mit eingeschlossen – nicht überschritten wird.
Die genehmigbare Menge wird je nach Kultur pro ha düngewürdige Fläche und
Jahr berechnet. Berechnungsbasis ist der jahreswirksame Stickstoff (Njw) gemäß
ÖPUL 2007. Die maximal erlaubten Mengen bei den einzelnen Kulturen sowie die
zusätzlichen Regelungen bei Acker- und Grünland:
- Obstbau (Kern- und Steinobst, inkl. Beerenobst): maximal 60 kg Njw,
Holunder maximal 80 kg Njw
- Weinbau: maximal 35 kg Njw
- Heil- und Gewürzkräuter:
Kraut- und Wurzeldrogen: maximal 80 kg Njw
Blütendrogen: maximal 50 kg Njw
- Hopfen: maximal 40 kg Njw bzw. nicht mehr als 90 kg Njw innerhalb von drei
Jahren
- Gemüse: Freilandgemüsebau: maximal 80 kg Njw, im geschützten Anbau nicht
mehr als 170 kg Njw. Diese Regelung ist befristet bis Ende 2013.
- Ackerflächen inklusive Druschgewürze: In der Hauptfruchtfolge am Acker ist ein
Mindestanteil von 20 % Leguminosen enthalten, gerechnet von der Ackerfläche
im Antragsjahr. Als Ackerfläche gelten alle Flächen, die im Mehrfachantrag der
AMA mit den Buchstaben “A” und “AN” bzw. die Gesamtackerfläche im
Nachfolgeantrag der AMA gekennzeichnet sind, außer Feldgemüseflächen,
Kürbis, Heil- und Gewürzpflanzenflächen. Werden 20 % Leguminosen in der
Hauptfruchtfolge nur im Durchschnitt der letzten drei Jahre erreicht, ist
ebenfalls eine Genehmigung möglich. Die erlaubte Menge an organischen
Zugangsdüngern je ha und Jahr beträgt 25 kg Njw.
- Grünland:
Die erlaubte Menge an organischen Zugangsdüngern je ha und Jahr beträgt
25 kg N-jw. Folgende Düngemittel sind zulässig:

  • Konventioneller Wirtschaftsdünger; gemäß den geltenden Beschränkungen

nur Rinder-, Pferde-, Schaf- und Ziegenmist

  • kompostierte und fermentierte Haushaltsabfälle kompostiertes und fermentiertes Gemisch aus pflanzlichem Material