Das Klima ist Taktgeber

Das Klima beeinflusst

  • die Anbaueignung für diverse Kulturpflanzen,
  • das Ertragspotenzial und die Ertragssicherheit,
  • die Nutzungsintensität im Grünland und
  • die Artenzusammensetzung der Vegetation.

Entscheidende klimatische Faktoren sind

  • Temperatur,
  • Niederschlagsmenge und Niederschlagsverteilung sowie
  • Länge der Vegetationsperiode.

Die Jahresmitteltemperatur liegt in Österreich in den Tal- und Beckenlagen größtenteils zwischen 5 und 10 °C. Generell nimmt mit steigender Seehöhe die Lufttemperatur um rd. 0,6 °C und die Länge der Vegetationsperiode um rd. 6-7 Tage pro 100 m Höhenzunahme ab.

Kühlere Gebiete sind vor allem der Lungau, das obere Murtal, das obere Ennstal und das obere Waldviertel. Hier sind für die Vegetation die niedrigen Lufttemperaturen und die kurze Vegetationsperiode die begrenzenden klimatischen Faktoren.

Das Gebiet rund um den Neusiedlersee weist die höchste Jahresmitteltemperatur in Österreich auf. Die jährlichen Niederschlagsmengen werden von der Lage des Gebietes zu den vorherrschenden Wetterfronten und von der Höhenlage bestimmt. Die Niederschläge nehmen mit steigender Seehöhe zu.

Niederschlagsverteilung

Klimatisch bilden die Nordalpen ein Nordstaugebiet vor allem für Wetterfronten aus westlichen bis nordöstlichen Richtungen. Die Südalpen hingegen fungieren für Wetterfronten aus dem Mittelmeerraum als Südstaugebiet und erhalten dadurch hohe Niederschläge. Zu den niederschlagreichsten Gebieten in Österreich zählen somit der Bregenzerwald und die Nördlichen Kalkalpen sowie die Karnischen Alpen und Karawanken. Hier erreichen die Jahresniederschlagssummen im langjährigen Durchschnitt 2000 mm (2000 Liter pro m²) und mehr.

Im Gegensatz dazu sind die Täler und Becken der Zentralalpen von den Wetterfronten weitgehend abgeschirmt und bekommen daher weniger Niederschläge. Inneralpine Trockentäler sind vor allem das Inntal, Virgental und Mölltal. Zu den niederschlagärmsten Gebieten zählen das östliche Waldviertel, das Weinviertel, das Wiener Becken und das Nordburgenland. Hier beträgt der Jahresniederschlag  im langjährigen Durchschnitt weniger als 600 mm und für einige Kulturpflanzen ist die geringe Niederschlagsmenge der begrenzende klimatische Faktor.

In weiten Teilen von Österreich fallen während der Vegetationsperiode (April bis September) etwa 60 % des Jahresniederschlags. Diese Niederschlagsverteilung ist für die Vegetation günstig. Die niederschlagreichsten Monate sind meist Juni oder Juli. Der Niederschlag ist immer im Zusammenhang mit der Temperatur zu beurteilen. Bei gleicher Niederschlagsmenge weisen kühlere Gebiete wegen der geringeren Verdunstung feuchtere Böden auf als wärmere Gebiete. In Trockengebieten beträgt der Jahresniederschlag im langjährigen Durchschnitt weniger als 600 mm und die Jahresmitteltemperatur liegt über 8,5 °C.

Ozeanisch oder kontinental

Für die Vegetation ist die Unterscheidung zwischen ozeanischem und kontinentalem Klima von Bedeutung. Charakteristisch für das ozeanische Klima sind milde Winter und mäßig warme Sommer. Die Jahrestemperaturschwankung beträgt weniger als 18 °C und die Jahresniederschlagssumme ist größer als 750 mm. Typisch für das kontinentale Klima sind kalte Winter und warme Sommer. Die Jahrestemperaturschwankung beträgt mehr als 25 °C und die Jahresniederschlagssumme ist kleiner als 750 mm.

Vor allem im Westen von Österreich und im Gebiet der Nord- und Südalpen herrscht ein subozeanisches Klima vor, im pannonischen Raum, in den Zentralalpen und in zahlreichen Beckenlagen überwiegt hingegen ein kontinental beeinflusstes Klima. In Gebieten mit kontinental beeinflusstem Klima ist die Spätfrostgefahr vergleichsweise größer.

Andreas Bohner

Die Art der Bewirtschaftung, die Form und Höhe der ausgebrachten Düngermenge, die Intensität der Nutzung sowie die Beurteilung und Bewertung des Nährstoffzustandes im Boden haben sich immer an der naturräumlichen Standortsbonität zu orientieren. Sie hängt von folgenden Faktoren ab:
Klima, Ausgangsmaterial der Bodenbildung (Festgestein oder Lockersediment), Boden und Relief.
Entsprechend dieser Faktoren können in Österreich große Naturräume unterschieden werden.
  • Wie hoch sind die mittlere Jahrestemperatur und der mittlere Jahresniederschlag auf meinem Betrieb?
  • Befindet sich mein Betrieb in einer klimatischen Gunst- oder Ungunstlage?
  • Wo können intensiv nutzbare Raygräser aus klimatischen Gründen gut wachsen?
  • Wo liegt die Grenze des Weizen-, Mais-, Rübenanbaus?
  • Wo gedeiht Wein?
  • Wie lang ist die Vegetationsperiode in meiner Region?

Naturräume, Produktionsgebiete

Das Mosaik ist der Grund für die große Unterschiedlichkeit der österreichischen Landwirtschaft
Gunst- und Ungunstlagen auf kleinstem Raum

Niederschlagsmengen

auf kleinem Raum große Unterschiede an Jahresniederschlag
Wasser ist entscheidender Produktionsfaktor

Temperaturkarte

die Temperatur gibt den Wachstumsrhythmus vor
Unterschiedliche Vegetationsperioden aufgrund starker Temperaturdifferenzen

Karten:

Naturräume Österreichs.

Verteilung der durchschnittlichen Jahresniederschlagssummen in Österreich.

Verteilung der Jahresmitteltemperatur in Österreich.

Quellen: Sauberer und Dullinger 2008.

Klimadaten: www.zamg.ac.at/fix/klima/oe71-00/klima2000/klimadaten_oesterreich_1971_frame1.htm