Bio ist Synonym für Humuspflege

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts hat Rusch der geläufigen Mineraltheorie eine neue Sichtweise auf Lebensvorgänge, Pflanzenwachstum und -ernährung entgegengestellt:

Den "Kreislauf der lebenden Substanzen"

Er erkannte es als widersinnig, dass sich die Natur den verschwenderischen Luxus leisten solle, alles Lebendige bis auf totstoffliche Ionen abzubauen und auf der anderen Seite von "nichts" ausgehend aus totstofflichen Ionen lebendige Organismen wieder aufzubauen.

Raoul France beschrieb 1911 erstmals das "Edaphon", das Lebensreich des mikroskopisch Kleinen im Erdreich. Nach ihm (be-)wiesen Virtanen (1933), Schanderl (1947) , Sekera (1984), Rateaver (1993), Hennig (1994), Margulis (1993, 1999) und andere, dass sich das Leben im Boden, durch den Boden und aus dem Boden heraus (Pflanzenwachstum) etwas anders gebärdet als Liebig´s Mineraltheorie dies aus heutiger Sicht unzulässig vereinfachend erahnen ließe.

All die Funktionen, Wechselwirkungen, Umbildungen, Verwandlungen, Neubildungen, das Vergehen und Entstehen der sichtbaren Lebensformen auf dem Land trifft sich im HUMUS, einer umso geheimnisvolleren und mystischeren Substanz, je länger und tiefer nach ihren Geheimnissen gegraben wird.

"Humus = Kohlenstoff mal xy" trifft dabei die Wahrheit nicht annähernd.
Die Sache ist komplizierter.

Das Entstehen und Vergehen des mikrobiellen Lebens im Boden, das Voraussetzung ist für den Erfolg des landwirtschaftlichen Werkens an der Oberfläche, ist innig verknüpft mit dem, was wir Humus nennen, der dadurch mehr zur Funktion wird, denn einfach als Stoff bezeichnet werden kann.
Ein Stoff und eine Funktionsschaltzentrale, deren Entstehen, dauerhaftes Bestehen, und Wechselwirken mit seinen Bewohnern sich der Wissenschaft bisher nicht völlig klar erhellt hat.

Ton-Humus-Komplexe

sorgen für stabile Verbindungen der Bodensubstanzen (Brücke zwischen mineralischem Ton und organischem Humus), die wiederum nur mithilfe von Bodenorganismen zum stabilen Krümel "lebendverbaut" werden können.

Auch die Intensität und Qualität der Lebendverbauung ist abhängig von der Pflege, Bewirtschaftungsweise und Bodenfütterung durch den Bewirtschafter/die Bewirtschafterin.

Markus Danner

Humus ist die Lebenswelt des Lebendigen im Boden, in gleicher Weise sein Futtertrog und seine Behausung; nebenbei sorgt er für Wasser, Luft und Wärme;

für die bio-logische Landbewirtschaftung heißt das nichts weiter, als lediglich dafür zu sorgen, dieses Werk im Vollbetrieb am Laufen zu halten!

enorme Bedeutung des Bodenlebens

Die durchschnittliche Biomasse auf 1 000m2
beträgt nach "The GAIA Atlas 1985" in den USA:

  • 15kg Einzeller
  • 100 kg Regenwürmer
  • 100 kg Insekten
  • 170 kg Bakterien
  • 250 kg Pilze

    dadurch werden
  • 5500kg Pflanzen und
  • 1,8 Menschen versorgt!
Humus ist Kommen und Gehen

Foto: Reinhard Geßl