EU Bio Verordnung 889/2008 - Artikel 42

Artikel 42

Verwendung nichtbiologischer Tiere

Soweit die Bestimmungen gemäß Artikel 22 Absatz 2 Buchstabe b der Verordnung (EG) Nr. 834/2007
Anwendung finden und vorbehaltlich der vorherigen Genehmigung der zuständigen Behörde
a) kann, wenn bei Beginn des Aufbaus eines Geflügelbestandes oder bei einer Erneuerung oder
einem Wiederaufbau des Bestandes biologisch aufgezogene Tiere nicht in ausreichenden Mengen zur
Verfügung stehen, nichtbiologisches Geflügel in eine biologische Geflügelproduktionseinheit
eingestellt werden, sofern das Geflügel für die Eier- und Fleischerzeugung weniger als drei Tage alt
sind;
b) können nichtbiologisch aufgezogene Junglegehennen von weniger als 18 Wochen vor dem 31.
Dezember 2014 in eine biologische Tierhaltungseinheit eingestellt werden, wenn keine biologischen
Jungtiere zur Verfügung stehen und sofern die einschlägigen Bestimmungen von Kapitel 2 Abschnitte
3 und 4 erfüllt sind.
Erlass BMG-75340/0008-II/B/7/2009 vom 18.2.2009
Noch offen Regelung für gefährdete Geflügelrassen

LL: Zu Zuchtzwecken können bei Geflügel nichtbiologische männliche Tiere älter als drei Tage
(analog den Bestimmungen in Artikel 9 für Säugetiere) in einen Betrieb eingestellt werden, jedoch
nur wenn biologische Tiere nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen und diese Tiere
anschließend gemäß den biologischen Produktionsvorschriften gehalten werden. Diese Tiere gelten
10 Wochen (Analog den Bestimmungen des Artikels 38 Absatz 1 lit c) nach dem Zugangstermin als
anerkannte Tiere.


Artikel 43

Verwendung von nichtbiologischen Eiweißfuttermitteln
pflanzlichen und tierischen Ursprungs für die Tierhaltung

 

Soweit die Bestimmungen gemäß Artikel 22 Absatz 2 Buchstabe b der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 Anwendung finden, ist die Verwendung einer begrenzten Menge nichtbiologischer Eiweißfuttermittel für Schweine und Geflügel zulässig, wenn die Landwirte nicht in der Lage sind, sich mit Eiweißfuttermitteln aus ausschließlich biologischer Erzeugung zu versorgen.
Der Höchstsatz nichtbiologischer Eiweißfuttermittel, der je Zwölfmonatszeitraum für diese Arten zulässig ist, beträgt 5 % für die Kalenderjahre 2012, 2013 und 2014.
Dieser Prozentsatz bezieht sich auf die Trockenmasse der Futtermittel landwirtschaftlichen Ursprungs und wird jährlich berechnet.
Der Unternehmer führt Buch über die Notwendigkeit der Anwendung dieser Bestimmung.

 


Artikel 44

Verwendung von nichtbiologischem Bienenwachs

Bei neuen Anlagen oder während des Umstellungszeitraums darf nichtbiologisches Bienenwachs nur
verwendet werden, wenn
a) auf dem Markt kein Wachs aus biologischer Bienenhaltung erhältlich ist;
b) das Wachs erwiesenermaßen nicht mit Stoffen verunreinigt ist, die für die biologische Produktion
nicht zugelassen sind und
c) das Wachs von den Deckeln stammt.

LL: wenn kein Biowachs entsprechend der Anforderung von Artikel 38 Absatz 5 verfügbar ist, kann
auf Basis des Nachweises, dass das eigene Wachs erwiesenermaßen nicht mit Stoffen verunreinigt
ist, die für die biologische Produktion nicht zugelassen sind, auf den Austausch des Wachses
verzichtet werden.

Ebenso kann die Anforderung, dass das Wachs von den Deckeln stammt, bei Nichtverfügbarkeit
von Biowachs entfallen, da diese Bestimmung nicht überprüfbar ist. Der analytische Nachweis der
Reinheit des Wachses genügt.
 


Artikel 45

Verwendung von Saatgut und vegetativem Vermehrungsmaterial, die nicht nach der biologischen
Produktionsmethode erzeugt wurde

(1) Soweit die Bestimmungen gemäß Artikel 22 Absatz 2 Buchstabe b der Verordnung (EG) Nr.
834/2007 Anwendung finden,
a) darf Saatgut und vegetatives Vermehrungsmaterial aus einer Produktionseinheit verwendet
werden, die sich in Umstellung auf den biologischen Landbau befindet,

LL: solange keine besonderen Kennzeichnungsvorschriften gemäß Artikel 26 lit c) erlassen wurden,
muss Saatgut von Umstellungsflächen nicht extra als solches gekennzeichnet werden, da es
gleichwertig wie Saatgut und vegetatives Vermehrungsmaterial von anerkannten Flächen
verwendet werden kann.

b) soweit Buchstabe a nicht anwendbar ist, können die Mitgliedstaaten die Verwendung von
nichtbiologischem Saatgut oder vegetativem Vermehrungsmaterial genehmigen, wenn kein
biologisch erzeugtes Saatgut und vegetatives Vermehrungsmaterial zur Verfügung steht. Für die
Verwendung von nichtbiologischem Saatgut und nichtbiologischen Pflanzkartoffeln gelten jedoch die
nachstehenden Absätze 2 bis 9.
(2) Nichtbiologisches Saatgut und nichtbiologische Pflanzkartoffeln können verwendet werden,
sofern das Saatgut oder die Pflanzkartoffeln nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden,
ausgenommen solche, die gemäß Artikel 5 Absatz 1 zur Behandlung von Saatgut zugelassen sind, es
sein denn, nach Maßgabe der Richtlinie 2000/29/EG des Rates hat die zuständige Behörde des
Mitgliedstaats aus Gründen der Pflanzengesundheit eine chemische Behandlung aller Sorten einer
gegebenen Art in dem Gebiet, in dem das Saatgut oder die Pflanzkartoffeln verwendet werden
sollen, vorgeschrieben.
(3) Arten, für die in allen Teilen der Gemeinschaft biologisch erzeugtes Saatgut oder biologisch
erzeugte Pflanzkartoffeln nachweislich in ausreichenden Mengen und für eine signifikante Anzahl
von Sorten zur Verfügung stehen, sind in Anhang X aufgeführt.
Für die Arten gemäß Anhang X dürfen keine Genehmigungen gemäß Absatz 1 Buchstabe b erteilt
werden, es sei denn, die Genehmigung ist durch einen der Zwecke gemäß Absatz 5 Buchstabe d
gerechtfertigt.
(4) Die Mitgliedstaaten können die Zuständigkeit für die Erteilung der Genehmigung gemäß Absatz 1
Buchstabe b einer anderen öffentlichen Verwaltung unter ihrer Aufsicht oder den Kontrollbehörden
oder Kontrollstellen gemäß Artikel 27 der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 übertragen.
Erlass BMG-75340/0008-II/B/7/2009 vom 18.2.2009
(5) Die Verwendung von nichtbiologisch erzeugtem Saatgut oder nichtbiologisch erzeugten
Pflanzkartoffeln darf nur genehmigt werden,
a) wenn keine Sorte der Art, die der Verwender anbauen will, in der Datenbank gemäß Artikel 48
eingetragen ist;
b) wenn kein Anbieter, d. h. kein Unternehmer, der Saatgut oder Pflanzkartoffeln an andere
Unternehmer vermarktet, in der Lage ist, das Saatgut oder die Pflanzkartoffeln vor der Aussaat bzw.
vor dem Anpflanzen anzuliefern, obwohl der Verwender das Saatgut oder die Pflanzkartoffeln
rechtzeitig bestellt hat;
c) wenn die Sorte, die der Verwender anbauen will, nicht in der Datenbank gemäß Artikel 48
eingetragen ist und der Verwender nachweisen kann, dass keine der eingetragenen alternativen
Sorten derselben Art geeignet und die Genehmigung daher für seine Erzeugung von Bedeutung ist;
d) wenn sie für von der zuständigen Behörde des Mitgliedstaats gebilligte Zwecke der Forschung, der
Untersuchung im Rahmen klein angelegter Feldversuche oder der Sortenerhaltung gerechtfertigt ist.

(6) Die Genehmigung muss vor der Aussaat erteilt werden.
(7) Die Genehmigung darf nur für einzelne Verwender und für jeweils eine Saison erteilt werden, und
die für die Genehmigung zuständige Behörde oder Stelle muss die genehmigten Mengen Saatgut
oder Pflanzkartoffeln registrieren.
(8) Abweichend von Absatz 7 kann die zuständige Behörde des betreffenden Mitgliedstaats allen
Verwendern eine allgemeine Genehmigung
a) für eine bestimmte Art erteilen, wenn und soweit die Bedingung gemäß Absatz 5 Buchstabe a
erfüllt ist;
b) für eine bestimmte Sorte erteilen, wenn und soweit die Bedingungen gemäß Absatz 5 Buchstabe c
erfüllt sind.
Die Genehmigungen gemäß Unterabsatz 1 sind in der Datenbank gemäß Artikel 48 deutlich zu
vermerken.
(9) Die Genehmigung darf lediglich während der Zeiträume erteilt werden, in denen die Datenbank
gemäß Artikel 49 Absatz 3 aktualisiert wird.

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