EU Bio Verordnung 884/2007 - Artikel 19

Allgemeine Vorschriften für die Herstellung verarbeiteter Lebensmittel


(1) Die Aufbereitung verarbeiteter biologischer Lebensmittel muss räumlich oder zeitlich getrennt
von jener nichtbiologischer Lebensmittel erfolgen.
(2) Für die Zusammensetzung verarbeiteter biologischer Lebensmittel gilt Folgendes:
a) Das Erzeugnis wird überwiegend aus Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs hergestellt; bei der
Bestimmung, ob ein Erzeugnis überwiegend aus Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs hergestellt
ist, werden hinzugefügtes Wasser und Kochsalz nicht berücksichtigt.
LL: „überwiegend“ - da auf landwirtschaftliche Zutaten bezogen und Wasser und Salz dabei
ausgenommen sind, vor allem ein Problem bei LM mit größerem Anteil an
nichtlandwirtschaftlichen Zutaten wie Mineralstoffe (z.B. Nahrungsergänzungsmittel - NEM);
überwiegend bedeutet > 50 %
b) Es dürfen nur Zusatzstoffe, Verarbeitungshilfsstoffe, Aromastoffe, Wasser, Salz, Zubereitungen aus
Mikroorganismen und Enzymen, Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine sowie Aminosäuren und
andere Mikronährstoffe in Lebensmitteln, die für eine besondere Ernährung bestimmt sind,
verwendet werden, sofern diese gemäß Artikel 21 für die Verwendung in der biologischen
Produktion zugelassen worden sind.
Dieser Formulierung entsprechend dürften die aufgezählten Stoffe nur für Lebensmittel verwendet
werden, die für eine besondere Ernährung bestimmt sind. Mit Artikel 27 der 889/2008 wird
klargestellt, dass alle Lebensmittel dieser Bestimmung unterliegen.
c) Nichtbiologische landwirtschaftliche Zutaten dürfen nur verwendet werden, wenn sie nach Artikel
21 für die Verwendung in der biologischen Produktion zugelassen worden sind oder von einem
Mitgliedstaat vorläufig zugelassen wurden.
d) Eine biologische Zutat darf nicht zusammen mit der gleichen nichtbiologischen oder während der
Umstellung erzeugten Zutat vorkommen.
e) Lebensmittel aus während der Umstellung erzeugten Pflanzen dürfen nur eine pflanzliche Zutat
landwirtschaftlichen Ursprungs enthalten.
(3) Stoffe und Verfahren, die bei der Verarbeitung und Lagerung biologischer Lebensmittel verloren
gegangene Eigenschaften wiederherstellen oder das Ergebnis nachlässiger Verarbeitung korrigieren
oder anderweitig in Bezug auf die tatsächliche Beschaffenheit dieser Erzeugnisse irreführend sein
könnten, dürfen nicht verwendet werden.
Die zur Durchführung der Produktionsvorschriften dieses Artikels erforderlichen Maßnahmen,
insbesondere hinsichtlich der Verarbeitungsverfahren und der Bedingungen für die in Absatz 2
Buchstabe c genannte vorläufige Zulassung durch die Mitgliedstaaten, werden nach dem in Artikel 37
Absatz 2 genannten Verfahren erlassen.

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