EU Bio Verordnung 889/2008 - Artikel 18

Umgang mit Tieren

(1) Eingriffe wie das Anbringen von Gummiringen an den Schwänzen von Schafen, das Kupieren von
Schwänzen, das Abkneifen von Zähnen, das Stutzen der Schnäbel und Enthornung dürfen in der
biologischen Tierhaltung nicht routinemäßig durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen oder
wenn sie der Verbesserung der Gesundheit, des Befindens oder der Hygienebedingungen der Tiere
dienen, können einige dieser Eingriffe von der zuständigen Behörde jedoch fallweise genehmigt
werden. Jegliches Leid der Tiere ist auf ein Minimum zu begrenzen, indem angemessene Betäubungsund/
oder Schmerzmittel verabreicht werden und der Eingriff nur im geeigneten Alter und von
qualifiziertem Personal vorgenommen wird.
Erlass BMG-75340/0008-II/B/7/2009 vom 18.2.2009

LL: Sonstige sachkundige Personen laut Tierschutzgesetz gelten auch als qualifiziertes Personal im
Sinne dieses Artikels.

(2) Die operative Kastration ist zulässig, um die Qualität der Erzeugnisse zu gewährleisten und
traditionellen Produktionspraktiken Rechnung zu tragen, allerdings nur unter den in Absatz 1
Unterabsatz 2 vorgegebenen Bedingungen.

LL: Ein Einsatz der Immunokastration ist nach den derzeitigen Regelungen der biologischen
Produktion ausgeschlossen.

(3) Verstümmelungen wie das Beschneiden der Flügel von Weiseln sind verboten.
(4) Beim Ver- und Entladen von Tieren dürfen keine elektrischen Treibhilfen verwendet werden. Die
Verabreichung allopathischer Beruhigungsmittel vor und während der Beförderung ist verboten.

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