EU Bio Verordnung 834/2007 - Artikel 1

Ziel und Anwendungsbereich


(1) Diese Verordnung schafft die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung der biologischen
Produktion, wobei gleichzeitig ein reibungsloses Funktionieren des Binnenmarkts sichergestellt, ein
fairer Wettbewerb gewährleistet, das Vertrauen der Verbraucher gewahrt und die
Verbraucherinteressen geschützt werden.
In ihr sind allgemeine Ziele und Grundsätze festgelegt, um die Vorschriften dieser Verordnung zu
untermauern und die Folgendes betreffen:
a) alle Stufen der Produktion, der Aufbereitung und des Vertriebs biologischer Erzeugnisse und deren
Kontrollen;
b) die Verwendung von Angaben in der Kennzeichnung und Werbung, die auf die biologische
Produktion Bezug nehmen.
(2) Diese Verordnung gilt für folgende Erzeugnisse der Landwirtschaft, einschließlich der Aquakultur,
sofern sie in Verkehr gebracht werden oder dazu bestimmt sind, in Verkehr gebracht zu werden:
a) lebende oder unverarbeitete landwirtschaftliche Erzeugnisse,
b) verarbeitete landwirtschaftliche Erzeugnisse, die zur Verwendung als Lebensmittel bestimmt sind,
c) Futtermittel,
d) vegetatives Vermehrungsmaterial und Saatgut für den Anbau.
Die Erzeugnisse der Jagd und der Fischerei wild lebender Tiere gelten nicht als aus biologischer
Produktion stammend.
Diese Verordnung gilt auch für als Lebensmittel oder Futtermittel verwendete Hefen.

LL: Eigenbedarf (EB)-Tiere, Hobbytiere, Streicheltiere (landwirtschaftliche Nutztiere ) unterliegen
nicht der Verordnung (VO), weil sie nicht in Verkehr gebracht werden oder dazu bestimmt sind in
Verkehr gebracht zu werden, sofern nicht Tiere gleicher Art zum Zweck des Inverkehrbringens am
Betrieb gehalten werden.
Da ein Biobetrieb keine verbotenen Betriebsmittel (BM) lagern/einsetzen
darf, dürfen zum Beispiel nicht konforme auch für die am Betrieb anerkannten Biotiere
verwendbare Futtermittel, egal an welche Tiere (landwirtschaftliche Nutztiere) sie verfüttert
werden, und Tierarzneimittel nicht gelagert und verwendet werden.
Die Verwendung von Tierarzneimitteln bei EB-, Hobby- und Streicheltieren ist entsprechend den Regeln für Bio zu
dokumentieren. Weiters muss die Ausbringung der von diesen Tieren anfallenden Düngemittel
(DM) den Vorgaben bzgl. erlaubter DM entsprechen.
Beurteilung durch Kontrollstelle, v.a. bei EB nach dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit; unter EB ist
der Bedarf der Familie am Betrieb sowie auch außerhalb des Betriebs lebender
Familienangehöriger zu verstehen.
EB-, Hobby- und Streicheltiere sind am Zertifikat mit ihrem
Status auszuweisen: Eigenbedarf, konventionell, nicht zum Verkauf: ... (für z. B. Mastschweine,
Legehennen), Hobbytiere, Streicheltiere konventionell, nicht zur Lebensmittel-Produktion
bestimmt: (für... z. B. Pferde, Ziegen).

(3) Diese Verordnung findet auf alle Unternehmer Anwendung, die auf irgendeiner Stufe der
Produktion, der Aufbereitung oder des Vertriebs von Erzeugnissen im Sinne des Absatzes 2 tätig sind.
Die Arbeitsgänge in gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen unterliegen jedoch nicht dieser
Verordnung. Die Mitgliedstaaten können nationale Vorschriften oder bei deren Fehlen private
Standards für die Kennzeichnung und die Kontrolle von Erzeugnissen aus Arbeitsgängen in
gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen anwenden, sofern diese Regelungen mit dem
Gemeinschaftsrecht vereinbar sind.
LL: Gemeinschaftliche Verpflegungseinrichtungen sind national im Österreichischen
Lebensmittelbuch (ÖLMB), IV. Auflage, Kapitel A8, ‚Landwirtschaftliche Produkte aus biologischem
Landbau und daraus hergestellte Folgeprodukte‘, geregelt

(4) Diese Verordnung gilt unbeschadet der sonstigen Rechtsvorschriften der Gemeinschaft oder der
nationalen Vorschriften, die im Einklang mit dem Gemeinschaftsrecht auf die in diesem Artikel
definierten Erzeugnisse Anwendung finden, wie z. B. die Bestimmungen für die Produktion,
Aufbereitung, Vermarktung, Etikettierung und Kontrolle dieser Erzeugnisse, einschließlich der lebensund
futtermittelrechtlichen Vorschriften.

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