Agrogaseinsatz

2.1.4 Regelung für Agrogasgülle aus gemischten Anlagen.


In gemischten Anlagen werden Rohmaterialien aus biologischer und konventioneller
Landwirtschaft vergoren. Generell gilt, das die Ausbringung von Agrogasgülle
aus diesen Anlagen nur bei nachweislicher Anlieferung von Substraten durch
den Antragsteller genehmigt wird.
Für Ackerland muss ein Leguminosenanteil von mindestens 20 % in der Hauptfruchtfolge des betroffenen Jahres bzw. der letzten drei Jahre erreicht werden. Die eingesetzten Materialien entsprechen der BIO AUSTRIA Düngemittelliste (Punkt 2.1.5). Die genehmigbare Menge errechnet sich aus der Stickstoffmenge, die in Form von Substraten angeliefert wurde,
zuzüglich 25 kg N-jw pro ha düngewürdige Fläche und Jahr. Berechnungsbasis ist der jahreswirksame Stickstoff (N-jw) gemäß ÖPUL 2007.

2.1.4.1 Agrogasgülle aus Anlagen, die vor dem 31.12.2004 die erforderliche Genehmigung
zur Anlagenerrichtung erhalten haben:


a) BIO AUSTRIA-Mitglieder können Agrogasgülle aus diesen Anlagen, bis Ende
2013 zukaufen, wenn:
• der Bio-Anteil am Ausgangsmaterial höher als 70 % ist.
• keine konventionelle Gülle und Jauche und kein konventioneller Schweine- und
Geflügelmist vergoren werden.
b) BIO AUSTRIA-Mitglieder, die selbst Gesellschafter (Mindestanteil 3 %) und/
oder Betreiber (bereits vor dem 01.01.2009) von Agrogasanlagen sind, können
bis Ende 2019 Agrogasgülle aus gemischten Anlagen auf ihren Flächen ausbringen,
wenn keine konventionelle Gülle und Jauche und kein konventioneller
Schweine- und Geflügelmist vergoren werden.
Ab 2020 muss der Bio-Anteil am Ausgangsmaterial höher als 70 % sein.


2.1.4.2 Agrogasgülle aus Anlagen, die nach dem 31.12.2004 die erforderliche Genehmigung
zur Anlagenerrichtung erhalten haben:


Eine Genehmigung zur Ausbringung von Agrogasgülle aus diesen Anlagen kann
erfolgen wenn, die Input-Materialien grundsätzlich biologischer Herkunft sind, mit
Ausnahme von:
• Aufwüchse von konventionellen Grünlandflächen
• Aufwüchse von Flächen, die gemäß ÖPUL-Maßnahmen „Verzicht auf ertragssteigernde
Betriebsmittel auf Ackerflächen“ bzw. „Verzicht auf ertragssteigernde
Betriebsmittel auf Ackerfutter- und Grünlandflächen“ bewirtschaftet
werden.
• Konventioneller Mist von Rinder, Pferden, Schafen und Ziegen


2.1.4.3 Qualitätssichernde Maßnahmen


Vom Anlagenbetreiber sind zweimal jährlich folgende Informationen erforderlich:
- Auflistung aller in der Anlage vergorenen Komponenten in t oder m3 mit der
Angabe ob die Komponenten biologischer oder konventioneller Herkunft sind.
- Bei tierischem Ausgangsmaterial ist neben der Angabe der Tierart auch die
Haltungsform (Anbindehaltung, Vollspaltenboxen etc.) und die Tierbesatzdichte
des Herkunftbetriebes erforderlich.
- Zur Absicherung der Gentechnikfreiheit ist beim Einsatz von Mais, Raps, Soja,
Kartoffeln und Zuckerrübe und deren Folgeprodukten die österreichische
Herkunft zu bestätigen.
- Jährlich ist eine Nährstoffuntersuchung (N, P, K, TS etc.) erforderlich.
- Aus hygienischen Gründen erfolgt generell eine dreimonatige Nachlagerung
der Agrogasgülle.
Bei Einsatz von Ausgangsmaterialien der Stoffgruppe 2 und/oder 3 biologischer
Herkunft gemäß „EU-VO Tierische Nebenprodukte 1774/2002“ (z.B. pflanzliche
und tierische Haushaltsabfälle biologischer Herkunft) müssen folgende Parameter
eingehalten werden:
Nährstoffuntersuchung (N, P, K, TS etc.), Schwermetalle und Hygiene (Salmonella
negativ in fünf Proben je 25 g Nasssubstanz)
Untersuchungshäufigkeit:
- weniger als 300 t Co-Substrate der Stoffgruppe 2 und/oder 3 pro Jahr: alle zwei
Jahre eine Untersuchung
- 300 t - 4.000 t Co-Substrate der Gruppe 2 und/oder 3 pro Jahr: jährlich eine
Untersuchung
- mehr als 4.000 t Co-Substrate Gruppe 2 und/oder 3 pro Jahr: jährlich eine und
pro angefangene 4.000 m3 eine weitere Untersuchung.